Als Freelancer neben dem Studium arbeiten

Irgendwann fragt sich jeder Studierende, wie er oder sie am besten Geld verdient. Unterstützung der Eltern und/oder BAföG hin und her: ein Studium kostet nun einmal. Und selbst, wenn es nicht das Geld an sich ist, stellen sich die Fragen: Wie knüpfe ich studienbezogene Kontakte zu Unternehmen? Und vor allem, wie sammele ich relevante Praxiserfahrungen?

Die gute Nachricht: Da gibt es eine Fülle von Möglichkeiten – zu nennen wären da die Anstellung als Werkstudent, Praktikant, Minijobber oder aber auch das Arbeiten als Freelancer. Es stellt sich also zuerst die Frage, ob eine Festanstellung oder eine Freiberuflichkeit besser zum eigenen Profil passt. Hierfür sollte man schauen, wie man selbst tickt: Bin ich ein Unternehmertyp? Ist mir meine Flexibilität wichtiger als ein geregeltes Einkommen? Und habe ich Lust, mich selbst um meine Kunden zu kümmern? Beantwortest du alle Fragen mit ja, scheinst du zum Typ studentischer Freelancer zu gehören. Aber lässt sich eine Tätigkeit als Freelancer überhaupt mit einem Studium kombinieren?

Ich sage ja! Natürlich kann es stressige Phasen geben, in denen du als studentischer Freelancer aufpassen musst, um die Uni nicht zu vernachlässigen. Gerade, wenn Prüfungen bevorstehen, solltest du darauf achten, dir nicht zu viele Jobs an Land zu ziehen. Schließlich hast du als Freelancer die Freiheit selbst zu bestimmen, wann und wieviel du arbeiten möchtest! So kannst du die Semesterferien sinnvoll nutzen und dabei unternehmerische Fähigkeiten und Fertigkeiten ausprobieren sowie studienbezogene Praxiserfahrungen sammeln. Vor allem gewinnst du unternehmerische Expertise, die dein Lebenslauf bereichern und bei anderen Unternehmen als positiv gewertet werden.

Ein weiterer positiver Aspekt ist natürlich die Bezahlung. Welches Studi-Herz schlägt nicht höher, wenn es von Stundenlöhnen hört, die teils doppelt so hoch wie bei einem typischen Studentenjob sind? Vergiss dabei jedoch nicht, dass du dich bei einem hohen Einkommen als Freelancer selbst krankenversichern musst. Ebenso fällt die Einkommenssteuer an – zumindest sobald dein Jahresgewinn die 9.000-€-Grenze sprengt (Stand: Einkommensteuer 2018).

Neben Krankenkasse und Steuern gibt es weitere bürokratische Themen, auf die du dich einstellen musst: Ganz egal, ob du dich als Freiberufler*in oder Gewerbetreibende*r selbstständig meldest: Du musst dich in jedem Fall beim Finanzamt und bei deiner Krankenkasse melden. Um sicherzustellen, dass dein Studium nach wie vor im Vordergrund steht (und das sollte es auch!), solltest du in der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Tust du dies dennoch, läufst du Gefahr, deinen Studi-Status zu verlieren. Keine Angst, dies bedeutet in der Regel nicht, dass du von deiner Hochschule exmatrikuliert wirst, dafür aber, dass Leistungen wie BAföG oder Kindergeld wegfallen können und sich dein Krankenkassenbeitrag stark erhöht. Apropos BAföG: Du darfst als Freelancer übrigens bis zu 4.221€ pro Jahr dazuverdienen, ohne dass sich etwas an deinem BAföG-Satz ändert. Wenn du als studentischer Freelancer durchstarten möchtest, empfehle ich dir, einmal in der Freelance Academy von Freelance Junior vorbeizuschauen. Dort wird dir alles detailliert und Schritt für Schritt erklärt.

Ist der bürokratische Teil erledigt, stellt sich – last but not least – die Frage, wo du deine ersten Aufträge findest: Eine erste Anlaufstelle stellen Freelancer-Plattformen wie Upwork, Twago oder Freelance Junior dar, wobei sich letzte speziell auf Aufträge für Studierende spezialisiert hat. Auch Netzwerke wie XING, LinkedIn oder Facebook verfügen über bestimmte Gruppen, in denen du spannende Aufträge finden kannst. Du kannst auch –­ ganz alte Schule – Kunden kalt- bzw. lauwarmakquirieren. Noch einfacher finden sich Aufträge natürlich über dein eigenes Netzwerk. Wenn du zum Beispiel gut darin bist, Texte zu schreiben, erwähne das ruhig hin und wieder mal. Du wirst dich wundern, wie oft es über diesen Weg zu Kooperationen kommt. Finden sich in deinem persönlichen Netzwerk nicht die gewünschten Kontakte, bieten Co-Working-Spaces oder Creative Hubs einen guten Startpunkt, um eben solche zu knüpfen. In jedem Fall hilft es, kreativ und zuversichtlich zu bleiben, dann klappt es mit den ersten Aufträgen auch. Freelancer-Ehrenwort.